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Die Augsburger Puppenkiste erklärt Corona

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Corona-Video: Candy-Storm für Augsburger Puppenkiste

Eine kindgerechte Erklärung der Corona-Schnelltests soll das Video der Augsburger Puppenkiste sein. Doch im Internet hagelte es erstmal Kritik. Klaus Marschall bleibt gelassen und freut sich, dass aus dem Hate- dann doch noch ein Candy-Storm wurde. 

Es waren gut gemeinte acht Minuten, die die Augsburger Puppenkiste für das bayerische Kultusministerium produziert hat. Das Ziel war klar: Zum Start der verpflichtenden Corona-Tests an den bayerischen Schulen sollte es ein kindgerechtes Erklär-Video geben, dass auch den Grundschülern die Angst vor den Tests nehmen sollte. 

Erklär-Video zum Start der Schule 

Am Montag war das Video dann auch zum ersten Mal zu sehen. In der Hauptrolle der Kasperl, eine der ältesten Figuren der Augsburger Puppenkiste. Im Arztkittel bugsiert er als erstes das giftgrüne, stachelige Corona-Virus in einen Käfig. Bevor er den Kindern mit Augsburger Dialekt erklärt, wie die Selbsttests funktionieren. Doch statt Lob und Begeisterung hagelte es im Internet erstmal Kritik an der Augsburger Puppenkiste und ihrem Video. 

Video wurde als Propaganda kritisiert 

„Es kamen natürlich einige negative Rückmeldungen, von wegen Propagandavideo und was wir der Psyche der Kinder antun“, erzählt Klaus Marschall, der Chef der Puppenkiste. Auch Kritik daran, dass der Kasperl Dialekt spricht und deshalb nicht überall verstanden würde, fand man in den Kommentaren.

Und indirekt war auch Kritik an den Tests in den Schulen und den Corona-Maßnahmen zu lesen. Der Chef der Puppenkiste bleibt dabei aber gelassen – der überwiegende Teil der Kommentare sei nämlich dann doch positiv gewesen. 

Kehrtwende bei den Kommentaren im Netz

Für BR24-Social-Media-Redakteur Roland Hindl ist genau diese Kehrtwende das Besondere am Fall der Augsburger Puppenkiste. Der aufkommende Shitstorm konnte gedreht wurden – und wurde so zum Candy-Storm.

Angestoßen wurde diese Umkehr unter anderem von Musiker und Künstler Thommy Krappweis, dem Erfinder von „Bernd das Brot“. Er rief bei Twitter dazu auf, „seine Freunde von der Augsburger Puppenkiste zu unterstützen“, weil diese von „Schwurblern überrannt werden“. Daraufhin wurden die negativen Kommentare von einer Welle aus Likes und positiven Nachrichten weit nach unten gedrückt. 

Kindern soll die Angst vor den Tests genommen werden 

Klaus Marschall weist vor allem die Kritik von sich, dass sich die Augsburger Puppenkiste vor den Karren der Behörden habe spannen lassen. Das Kultusministerium sei zwar an die Puppenkiste herangetreten, in erster Linie gehe es aber darum, den Kindern die Angst zu nehmen. „Ich glaube, dass die Kinder mit ihren schmutzigen Sandfingern schon viel tiefer in der Nase gebohrt haben, als es mit dem Stäbchen notwendig sein wird“, kontert Marschall die Kritik im Netz. 

Videodreh als willkommene Abwechslung für die Puppenkiste 

Für die Puppenkiste war das Video vor allem eine willkommene Abwechslung in dieser Zeit, in der auch der Betrieb in der Augsburger Spitalgasse komplett stillgelegt ist. Über Ostern habe man Ideen gesammelt, dann alle Requisiten ausgesucht und den Spot abgedreht. Gerade mal einen Tag habe der Dreh gedauert – Spaß gemacht, habe es trotzdem. „Speziell der Kasperl hat sich gefreut, mal wieder was zu tun zu haben“, schmunzelt Marschall, der die Figur selbst spricht.

Quelle: https://www.br.de/nachrichten/bayern/candy-storm-fuer-augsburger-puppenkiste-corona-test-video,SUdFgic