Eltern

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12. November 2017
Non vitae, sed scholae discimus – nicht fürs Leben, sondern für die Schule lernen wir. Das hat schon Seneca vor 2000 Jahren (so und nicht andersherum!) gesagt und damit seinen Zweifel daran ausgedrückt, dass die Schule wirklich etwas fürs Leben bringe. Insbesondere die Vorstellung von der Anhäufung der vielen einzelnen Wissenssteinchen zu einem Bildungsgebäude erweist sich bei empirischer Überprüfung als Illusion.

Quelle: http://www.zeit.de/2011/33/Lehrplaene-Bildung-Schule/seite-2

So wie es ist, kann es nicht bleiben, die Art und Weise wie wir uns als Gesellschaft organisieren. Die Frage ist: Was müssen wir als Schicksalsgemeinschaft Menschheit in die Hand nehmen, weil wir es nicht mehr den Konzernen oder den Nationalregierungen überlassen können.

Über 3 Tage hat der Schweizer Theaterregisseur Milo Rau an der Berliner Schaubühne sein „Weltparlament“ präsentiert.  Er führt (wie schön öfter) vor, wie man mit Hilfe der Institutionen eine gerechtere Welt schaffen könnte, wenn die Institutionen ein anderes Selbstverständnis hätten, und wenn es mehr Mitspracherecht aller Menschen gäbe. 
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Wie Vorurteile unsere Leben lenken   –  Vorurteile sollen die Welt vereinfachen, in eindeutige Lager aufteilen, in Gut und Böse. Eine Strategie, die auf den ersten Blick recht oberflächlich, ja fast dümmlich wirkt. Die aber sehr praktisch und schnell ist. Vorurteile machen nämlich das Unüberschaubare überschaubar, und das so gründlich, dass wir unsere Vorurteile kaum wieder loswerden.
Schweizer sind langsam.
Frauen können weder einparken noch Autofahren.
Männer können keine Gefühle zeigen.
Alte Menschen sind gebrechlich und brauchen Hilfe.
Menschen in Anzug und Krawatte sind seriös.
Aus Einzelkindern werden später Egoisten.

Eine Welt ganz ohne Vorurteile, wäre eine bessere Welt.

Unser Gehirn hat – platt ausgedrückt – in Sachen Vorurteile einen klaren Standpunkt: würde es keine Vorurteile geben – man müsste sie erfinden: Gerhard Roth, Gehirnforscher an der Uni Bremen, sagt dazu: „Also das menschliche Gehirn ist sehr komplex und sehr leistungsfähig und einer der Gründe für diese Leistungsfähigkeit ist, dass wir mit bestimmten Vorerwartungen an das, was demnächst passiert, herangehen. Das ist der große Trick unseres Gehirns. Also man überlegt sich: wie könnte Dinge aussehen, was für Konsequenzen könnte mein Handeln haben oder das Handeln anderer, und ich kann mich geistig und emotional darauf vorbereiten. Diese Voreinstellungen können angeboren sein: wir haben angeborene Vorurteile, z.B. gegen Fremde. Und dann gibt es Vorurteile, die einfach konzentrierte Erfahrungen sind bestimmter Art, von denen wir uns gar nicht oder nur sehr schwer lösen können.“

Wir kommen also bereits mit einigen Vorurteilen auf die Welt – und das ist gut so – denn in vielen Fällen gilt: wer Vorurteile hat ist bzw. war klar im Vorteil: Prof. Dr. Roth: „Also nehmen Sie Fremdenangst als ein ganz wichtiges Merkmal. Fremdenangst ist tief ins uns verwurzelt. Und war Jahr Tausende lang oder Jahr Millionen sehr positiv. Wenn ich in einem kleinen Clan lebte, viele Kilometer vom nächsten, und jemand kam auf unser Dorf zu, am besten noch zu zweit, dann hieß das in aller Regel Unheil.

Dass jemand mir helfen wollte und daherkam, war extrem selten. Also musste ich sehen, dass ich ihn vertreibe – oder totschlage. Und das war eine evolutionär sehr stabile Strategie. Heute ist das ganz anders. Aber die Vorurteile gegenüber dem, was ich nicht kenne, was nicht zu meiner Sippe gehört, was nicht so lebt wie ich, steckt extrem tief in uns.“
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das Manuskript lesen/downloaden Scham und Schuld   Gefühle, die jeder kennt und keiner haben will. Scham und Schuld haben eine 2000-jährige Tradition. Scham spielt beim Erwachsenwerden eine besondere Rolle, ein klassischer Ort ist der Sportunterricht in der Schule. Nicht schnell und begabt genug, schon ist man ein peinlicher Außenseiter. Wer sich schämt, würde am liebsten von sich selbst Abstand nehmen, verschwinden und nicht mehr da sein, jemand anderer sein.
Wer sich anders fühlt, warum auch immer, empfindet häufig Scham und Schuld.

Solche Gefühle können erdrückend sein und die Lebenskraft rauben.

Das Schamgefühl verweist auf Makel, die sichtbar geworden sind: Was macht Schamgefühle eigentlich aus, was macht sie so erdrückend? Und warum kann Scham zuweilen in Aggression umschlagen? Gert Scobel diskutiert mir seinen Gästen. 3sat Mediathek, die ganze Sendung sehen

Die Würde der Tiere   Dr. Carola Otterstedt (von der Stiftung: Bündnis Mensch und Tier): „Ein Huhn in der industrialisierten Tierhaltung bekommt soviel Platz wie ungefähr ein Din A 4 Blatt groß ist. Ich habe mit den Kindern in der Schule Rollenspiele gespielt, und sie haben die unterschiedlichen Haltungsformen erlebt. Zunächst einmal, wie es ist, wenn ich in der industrialisierten Tierhaltung auf einem Din A 4 Blatt so viel Platz habe, so haben sich die Kinder das zusammengestellt (wir haben es proportional umgerechnet) und fanden das ein bisschen zu eng. Wir haben es also selbst am eigenen Körper erfahren. Und dann haben sie erlebt, wie Bodenhaltung ist. Das fanden sie immer noch ein bisschen eng. Danach haben sie gesehen, wie ein Tagesablauf von einem Huhn aussieht, was sie gar nicht wussten, dass Hühner im Sand baden, was ein elementares Wohlfühlen für sie ist, weil sie so ihre Milben aus dem Gefieder rausbekommen. Die Kinder konnten selbst reflektieren: Das ist ja gar nicht möglich, wenn ich in industrialisierten Tierhaltung, oder Bodenhaltung bin. Dann kann ich die ganzen Bedürfnisse z.B. zur körperlichen Reinigung und zum sozialen Miteinander in der Hühnergruppe gar nicht leben. So lernten wir unterscheiden: Welches Ei kaufe ich und warum. Ich will nicht durch „shocking Fotos“ beeinflussen, sondern ich will erleben lassen. Es war sehr eindrücklich zu sehen, was bei den Kindern passierte.
Wenn ich mich reduziere und sage „Nur meine Gruppe first“, so ist das schon das Ende. Was uns hilft, ist das Vertraut machen mit anderen Kulturen mit andern Lebewesen. Das wird uns helfen. Tiere sind exzellente Problemlöser, was den Klimawandel angeht, oder im sozialen Miteinander können wir Menschen so viel von Tieren profitieren! Über Beobachtung, Begegnung, Erleben kann sich eine Beziehung aufbauen.“
https://www.buendnis-mensch-und-tier.de/bibliothek/tierhaltung-1/
Bewusstseinswandel fängt bei Kindern und Jugendlichen an, deshalb hat das Institut für theologische Zoologie Unterrichtsmaterial herausgegeben: http://www.theologische-zoologie.de/paedagogik-katechese/
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http://www.theologische-zoologie.de/institut/institutsleiter-gruender/dr-rainer-hagencord/

Arbeitsplatz Schule –  Von der Beschämung zur Anerkennung
Schule wird heute noch immer durch Scham und Beschämung blockiert. Gelingendes Lehren und Lernen erfordern eine Kultur der Anerkennung und die Aufarbeitung der eigenen Scham-Geschichte. Von Dr. Stephan Marks (ist Sozialwissenschaftler, Supervisor und Lehrerfortbildner. Er leitet auch das Forschungsprojekt „Geschichte und Erinnerung”):den ganzen Beitrag lesen
„Dieser Film sollte Teil der Ausbildung aller politischen Verantwortlichen weltweit sein!” David Nabarro – UN Beauftragter für Klimapolitik und nachhaltige Entwicklung. Ein Film über die Lösungen, die wir brauchen, um den globalen ökologischen Kollaps aufzuhalten. Von dem Aktivisten Cyril Dion und der Schauspielerin Mélanie Laurent („Inglourious Basterds“). Mit einer Million Zuschauern in Frankreich. Und einem César als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.


Trailer


 

Beeindruckende Doku, tolle Musik: „Human“ ist eine Reise ins Herz des Mensch-Seins  

Der französische Filmemacher Yann Arthus-Bertrand („Die Erde von oben“, „Home“) ist für seine atemberaubenden Dokumentarfilme bekannt. Nun hat er ein besonders ambitoniertes Projekt vorgestellt: „Human“ geht der Frage nach, was uns „menschlich“ macht. Ist es die Tatsache, dass wir lieben, das wir streiten? Dass wir lachen? Weinen? Unsere Neugier, unsere Suche nach Erkenntnis?  Um eine Antwort zu finden, sammelte Arthus-Bertrand drei Jahre lang die Geschichten von über 2000 Menschen in 70 Ländern – ergänzt von journalistischen Beiträgen zu Themen wie Menschenrechte, Frauen, Toleranz, Armut, Krieg und Glück. HUMAN VOL.1   https://www.youtube.com/watch?v=vdb4XGVTHkE


„Überflüssige Güter machen das Leben überflüssig. Überfluss hat den Beigeschmack des Ungenießbaren angenommen.“ das sagt Marianne Gronemeyer, em. Prof. für Erziehungswissenschaften und Freidensforschung, über Überfluss und Bedürfnisse, mehr in diesem audio:


Vor 25 Jahren wurde die Kinderrechtskonvention von der UN-Vollversammlung angenommen. Nun müssen die Ideen von Rousseau, Montessori und Pestalozzi endlich auch ins Grundgesetz Eingang finden. Von Heribert Prantl Quelle: Süddeutsche Zeitung

http://www.sueddeutsche.de/politik/kinderrechte-mit-herz-und-grundgesetz-1.2227865


Fräulein Schmalzbrot und Billie Ballonfahrer: Vorlesegeschichten für kleine und große Geschwister | Knesebeck Verlag f. Homepage – Eltern

http://www.knesebeck-verlag.de/fraeulein_schmalzbrot_und_billie_ballonfahrer/t-1/371


Sehenswerter Film: JACK: JACK ist ein Film über die Reise eines 10 jährigen Jungen, der früh gelernt hat Verantwortung zu übernehmen. Am Ende überrascht er uns mit einer Entscheidung, die uns mit ihrem Mut den Spiegel vorhält. Prädikat »besonders wertvoll« deutsche Film- und Medienbewertung

http://www.jack-film.de/

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